Die Legende vom nachhaltigen Wachstum

Vor einigen Tagen ist in der deutschsprachigen Ausgabe der Le Monde diplomatique ein recht guter Artikel (Die Legende vom nachhaltigen Wachstum – Ein Plädoyer für den Verzicht) von Niko Paech (Uni Oldenburg) erschienen. Er bringt die aktuelle Diskussion zwischen Nachhaltigkeit und den Grenzen des Wachstums auf den Punkt und reiht sich damit auch in das Thema dieses Blogs ein (siehe z.B. UNsustainability). Er wirbt für die Idee der Suffizienz (auch wenn er sie nicht beim Namen nennt) und stellt den Widerspruch zu Wachstum und Konsum gelungen dar. Am Ende verweist er auf die Idee der Postwachstumsökonomie (Reicht dazu die Zeit? D. Maedows sagt NEIN).

Als ich den Artikel gelesen habe, habe ich gedacht: Transition Towns könnten auch Teil einer Antwort sein, ob Niko Paech diese Bewegung eigentlich kennt?

Hier ein Auszug zur kritischen Betrachtung von allseits geforderten Innovationen:

Ohne Innovation kein technischer Fortschritt. Innovation bedeutet, dass der Bestand an vorhandenen Optionen um neue Lösungen erweitert wird. Wann immer aber neue, bislang unbekannte Lösungen für den Fortschritt nutzbar gemacht werden, handelt es sich zunächst um reine Addition. Die Innovationsorientierung stemmt sich gegen jede Genügsamkeit oder Zurückhaltung, die den Selbstverwirklichungsansprüchen quantitative Grenzen setzen könnte.

Hier stellt sich natürlich die Frage, was genau eigentlich Innovationen sind. Bedient man sich des weit verbreiteten Irrglaubens, dass es sich bei Innovationen ausschließlich um technische Neuerungen handele, die sich über Konsum verbreiten und für die von wissenschaftlicher Seite die Grundlage geschaffen wird, mag die zitierte Kritik gerechtfertigt sein.
Wenn allerdings der Begriff Innovationen wörtlich genommen wird und regionale oder gar gesellschaftliche Aspekte beinhaltet, dann können sie Wandel einleiten ohne den massiven Konsum und materialistischen Lebenswandel zu stärken. Beispiele für regionale Innovationen werden zum Beispiel auf dem Blog regioneers.de gesammelt.

Weitere interessante Aspekte rund um diese Thematik findet man bei Konsumpf (“Alltagsgegenstände, die man nicht braucht”) und bei naturgetr.eu (“Debatte um den Begriff Verzicht: es handelt sich nicht um Verzicht, wenn man Dinge die man nicht braucht nicht kauft!”).

Erschienen am 10.9.2010 – http://www.monde-diplomatique.de/pm/2010/09/10/a0065.text.name,n,0

1 Kommentar zu „Die Legende vom nachhaltigen Wachstum“

  1. Hallo Ingo,

    zu deiner Frage:
    Niko Paech kennt Transition gut & wir versuchen ihn gerade für unsere Transition-Konferenz am 19.-21.11.2010 in Hannover zu gewinnen:

    http://www.transition-konferenz.de

    Wenn es sich zeitlich bei Ihm einrichten läßt wird er auf jeden Fall versuchen am Sonntag da zu sein; evtl. sogar als einer der Keynote-Speaker.

    LG
    Gerd

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