Ausgerechnet von der Bundeswehr ist jetzt eine Studie zu lesen, die sich mit Peak Oil auseinandersetzt. Die Studie weicht kaum von den Meinungen im Peak-Oil-/Transition-Umfeld ab, ist aber natürlich von einer Institution, die allgemein recht hohe Glaubwürdigkeit genießt: http://peak-oil.com/download/Peak%20Oil.%20Sicherheitspolitische%20…
Ich habe mir die Studie mal unter einem kommunalen Blickwinkel angesehen und das wichtigste für Wenigleser rauskristallisiert und das ganze zum Anlass genommen, das Thema nochmal an meine Stadträte heranzutragen: http://peak-oil.com/peak-oil-studie-bundeswehr.php
Heute ist in der ZEIT Online im Wirtschaftsteil folgender Artikel von Jürgen Wiemann (GTZ) veröffentlicht worden: Er bringt Peak Oil mit der Finanzkrise in Zusammenhang mehr dazu später hier.
Unsere Ölreserven sind endlich und die Marktreife alternativer Energien lässt auf sich warten. Die Gefahr ist, dass Kohle die Rolle des Öls übernimmt. Ein Gastbeitrag
Nachtrag 22.7.: Über den Artikel wird kräftig debattiert: schon fast 80 Kommentare!
Nach und nach breitet sich die in diesem Blog vorgestellte Transition Town Bewegung weiter aus. Auch in Deutschland entstehen neben den bereits etablierten Transition Towns Friedrichshain-Kreuzberg und Bielefeld weitere, die seit kurzem unter Transition-Initiativen.De aufgelistet werden.
Während Stromkonzerne von der “Stromlücke” und hohen Strompreisen warnen, falls auf Kohlekraft und Atomkraft in Deutschland verzichtet werden sollte, wächst die Überproduktion an Strom in Deutschland immer stärker. Fast unbemerkt in der Öffentlichkeit nehmen aber auch die energieautarken Orte weiter zu.
Selbst in Brandenburg zählt der Ort Feldheim (Potsdam-Mittelmark) seit April 2010 dazu: Der Ort erzeugt für die Bewohner und die Betriebe den Strom komplett aus regenerativer Energie. Auch der Wämebedarf wird durch Biogas komplett gedeckt. Das interessante dabei: Eine Bürgergesellschaft ist unabhängiger Stromanbieter und die Preise für Gas und Strom liegen unter denender klassischen Stromanbieter.
Immer tiefer, immer riskanter: Weltweit bohren Multis in der Tiefsee nach dem Rohstoff Öl. Unbehelligt von wirksamen Kontrollen folgen die Firmen nur eigenen Interessen – das beweist die Ölkatastrophe am Golf von Mexiko. Doch auch in der Nordsee sind die Sicherheitsstandards nicht besser.
Als ich letztens durch mein Transition Town-Handbuch von 2008 geblättert habe, ist mir bewusst geworden, dass nicht in erster Linie BP, raffgierige Konzerne oder korrupte Regierungsstellen schuld sind. Ich bin der festen Überzeugung, dass es sich nur um einen Nebeneffekt der Peak-Oil-Krise handelt. Weltweit wird immer mehr Öl verbraucht und die Ausbeutung von konventionell gefördertem Öl wird immer schwieriger, da die Förderung nicht mehr im gleichen Maße gesteigert werden kann wie die Nachfrage wächst. Den Erdölkonzernen bleibt nur eine Möglichkeit den Weltsucht nach billigem Öl zu befriedigen: Lagerstätten die mit hohen Kosten, Risiken und massiven Umweltauswirkungen bisher nicht ernsthaft in Erwägung gezogen wurden, nun doch auszubeuten.
Systemkritik was die Marktwirtschaft anbelangt hin oder her, wir alle verbrauchen zu viel Erdöl und steigern den Verbrauch z.B. durch unsere exportierte Lebensweise (hoch technisiert, Konsumgüter, hoher Fleischkonsum). Es wird noch gar nicht ernsthaft überlegt wie eigentlich eine Lebensweise aussehen könnte, die nicht auf einen immer höheren Ressourcenverbrauch basiert.
Vor kurzem hat der Fernsehsender ARTE in einem 8-minütigen Beitrag die Transition Town Totnes in Südengland ausgestrahlt, der eine gute deutschsprachige Einführung leistet:
In einem Vortrag (20 Minuten) stellt Enno Schmidt die Ideen des bedingungslosen Grundeinkommens vor und stellt den Zusammenhang zu aktuellen Krisen her.
Vortrag von Enno Schmidt am 9. November 2009 in Basel
Neben den inhaltlichen Berichterstattungen in den Massenmedien wird die Konferenz in Kopenhagen auch in ihrer Form kritisiert. Einige Vertreter von Nichtregierungsorganisationen, die für die Konferenz akreditiert sind berichten direkt aus Kopenhagen. So auch Jürgen Maier vom Deutschen Naturschutzring. Er schreibt im Sonder-Newsletter (#19) von heute:
Abgesehen von der inhaltlichen Blockade ist dieser Gipfel die chaotischste und am schlechtesten organisierte Konferenz, die ich je besucht habe. NGO-Vertreter kamen in den letzten Tagen nur noch mit immer größeren Schwierigkeiten überhaupt ins Konferenzgebäude, und während es gestern morgen noch hieß, heute kämen 1000 NGO-Vertreter hinein, schrumpfte die Zahl am Abend auf nur noch 54. Eine ganze Reihe wurde von verschiedenen Regierungen »adoptiert« und in letzter Minute zu Regierungsvertretern ernannt. Viele NGO-Vertreter wollten daraufhin das Konferenzgebäude gar nicht mehr verlassen und dort übernachten, wurden dann aber von der Security hinauskomplimentiert.
Dänemark und das UN-Klimasekretariat überbieten sich gegenseitig in organisatorischer Inkompetenz und offen zur Schau gestellter Arroganz gegenüber der aus aller Welt angereisten Zivilgesellschaft. Sie provozieren damit erst die aggressive Stimmung, die sich inzwischen überall breit macht. Völlig unverhältnismäßige Härte gegenüber Protestaktionen innerhalb wie außerhalb des Konferenzgeländes haben Dänemark längst als Gastgeber disqualifiziert. In diktatorischen oder halbdemokratischen Regimes, die in den letzten Jahren als Gastgeber von Klimakonferenzen oder ähnlichen Veranstaltungen auftraten, gab es derartige Szenen nicht.
Die Korrespondenten von ARD und ZDF, die nach Kopenhagen gereist sind, unterliegen massiven Beschränkungen. Aus diesem Grund haben die Sender einen Protestbrief veröffentlicht. Im Folgenden der Wortlaut:
Sehr geehrte Damen und Herren,
wir möchten hiermit gegen die massive Beschränkung der freien Berichterstattung auf dem UN-Klimagipfel in Kopenhagen protestieren. Seit heute dürfen sich Journalisten im Konferenzzentrum nicht mehr frei bewegen. Drehs außerhalb des Pressezentrums sind nur noch möglich, wenn ein Delegationsmitglied das Kamerateam und den Reporter an der Sicherheitsschleuse abholt und das Team dann von einem UN-Verantwortlichen begleitet wird. Spontane Drehs sind unmöglich. Selbst die UN-Medienkoordination wurde offenbar von diesen Maßnahmen überrascht, da die Verschärfung nicht angekündigt war. Diese Maßnahmen verstoßen gegen die Presse- und Rundfunkfreiheit und behindern die Arbeit der Medien in höchstem Maße. Wir sehen das Recht der freien Berichterstattung massiv eingeschränkt. Daher fordern wir die sofortige Aufhebung dieser Einschränkung für alle Journalistinnen und Journalisten auf dem UN-Klimagipfel in Kopenhagen.